Über uns

Demo gegen das AKW Cattenom April 1980 in SB – Author: Mäfä

Die Bürgerinitiative Cattenom Non Merci auf einen Blick

Wir, die Bürgerinitiative Cattenom Non Merci schließen uns aus gleichinteressierten Bürgern/Innen zusammen und agieren für die Stilllegung aller Atomanlagen und für eine ökologische Energiewende.

Wir setzen uns grenzüberschreitend für die Stilllegung des AKW Cattenom, gegen das frz. Endlagerprojekt Bure/Lothringen, gegen das belgische Endlagerprojekt in der Wallonie, gegen das nukleare Reststoffverarbeitungszentrum in Fessenheim (F) ein.

Wir unterstützen den Wechsel zu Ökostromanbietern.

1976 engagierte sich die spätere Gründerin der Bürgerinitiative Cattenom Non Merci, Ute Schlumpberger mit unzähligen Gleichgesinnten in einem lockeren Bündnis gegen den Bauplan eines Atomkraftwerkes auf der „Schengener Wiss“ zwischen Schengen und Remerschen (Luxemburg). Unser jahrelanger Protest führte dazu, dass die damalige Regierung Luxemburgs 1979 ein Dekret gegen den AKW – Bau „Schengener Wiss“ verabschiedete. Das AKW „Schengener Wiss“ wurde nicht auf dem Gelände gebaut; das Gelände wurde noch einige Jahre durch einen ausrangierten Eisenbahnwaggon verziert, den wir kreativ gestalteten.

Grund zur Freude!
Es war ein Riesenerfolg, dass der AKW-Bau in Remerschen auf der Schengener Wiss“ nicht realisiert wurde. In der gleichen Zeit begann Frankreich im Ort Cattenom mit der Bau-Planung des AKW Cattenom (EDF Betreiber). Seit Beginn der Bauplanungen bis Mitte der 1990er Jahre leisteten unzählige Menschen (Deutsche, Luxemburger, Franzosen) an den Grenzen sowie in Thionville, Saarbrücken und Trier Widerstand.
Dem Widerstand wurden durch die noch geschlossenen Grenzen fast unüberwindbare Hindernisse gesetzt; immer wieder blockierten bewaffnete Polizisten, geschmückt mit Wasserwerfern zwischen Frankreich – Luxemburg und Deutschland die Landesgrenzen. Hin und wieder gelang es es einigen von uns über Schleichwege bis zur Cattenom – Baustelle durchzudrängen, um dort gegen den Bau zu protestieren.

Die Produktionseinheit 1 im AKW Cattenom ging am 13.11.1986 ans Netz – obwohl sich am 26. April 1986 die nukleare Katastrophe in Block 4 im AKW Tschernobyl ereignete. Die Produktionseinheit 2 ging am 17.09.1987, Produktionseinheit 3 ging am 06.07.1990 und Produktionseinheit 4 ging am 27.05.1991 ans Netz.

Während den ganzen Jahren drangen immer wieder beängstigende Meldungen über Störfälle aus den Atomanlagen Cattenom, die wir dokumentiert haben.

Weiterhin Zuschauen? Nein; damit Frankreich, Deutschland sowie Luxemburg und deren Politiker verstehen, dass wir dem gefährlichen Treiben in den Cattenom Anlagen nicht weiterhin zuschauen und nicht weiterhin akzeptieren wollen, gründete Ute Schlumpberger mit einigen Gleichgesinnten Anfang August 2009 die Bürgerinitiative Cattenom Non Merci. Seitdem initiieren wir in einer starken Gemeinschaft Proteste gegen den Weiterbetrieb des AKW Cattenom und fordern auf allen politischen Ebenen, dass das AKW Cattenom schnellstmöglich aus sicherheitsrelevanten Gründen unumkehrbar abgeschaltet wird und veröffentlichen die Störfälle aus dem AKW Cattenom auf medialer Ebene.

Bereits im September 2009 fand nach jahrelangem Proteststillstand die erste grenzübergreifende Demo auf der Schengener Brücke (Grenze Luxemburg, Deutschland) zwischen Perl und Schengen statt. Bei dieser Demo wurden die Kühltürme des AKW Cattenom von der „Perler Höhe“ „bestrahlt“. Bereits nach der ersten Demo schlossen sich uns unzählige Bürger*Innen an. Ein paar Wochen später haben die EDF Betreiber mitgeteilt, dass man sich transparenter zeigen will und haben Anfang 2010 begonnen, die meldepflichtigen Störfälle und Ereignisse auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen.

Wir organisieren und realisieren seit 2009 grenzübergreifende Anti Cattenom Demos im Dreiländereck Perl, in Schengen (L) oder Remich (L); in Metz(F) & Straßburg. Ute Schlumpberger ist Mitbegründerin verschiedener Anti Atom-Aktionsgemeinschaften.

Wir tragen unsere Proteste mit vielen verschiedenen Aktionen in die Öffentlichkeit: z. B. mit Protesten, mit offenen Briefen, mit Petitionen an verschiedene Politiker*Innen auf Länder – Bundes und – EU Ebene, in denen wir z. B. auf die sicherheitsrelevanten Bedenken des Atomkraftwerks Cattenom hinweisen; unter anderem an Politiker und Experten oder mit der EU Initiative Nucleary Transparency Watch über den katastrophalen Katastrophenschutz & die Rettungspläne des Saarlandes, der der EU-Kommission vorgelegt wurde; wir fordern immer wieder mündlich, aber auch schriftlich die sofortige Schließung der Atomanlagen Cattenom sowie eine grenzübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfung in den Cattenom Anlagen ein.

Sicherheit im AKW Cattenom?
Ein Mitglied unserer Bürgerinitiative ist im Aug. 2009 gemütlich und ohne von einem der Cattenom Arbeiter oder vom Sicherheitspersonal der Cattenom Anlagen angehalten oder angesprochen worden zu sein, durch den Haupteingang der Cattenom Anlagen spaziert, hat ebenso gemütlich einen Spaziergang durch die gesamte Cattenom Anlagen getätigt. Unser BI-Mitglied hat sodann provokant einen Mitarbeiter vom Anlagen-Personal nach dem Weg zum Direktionsgebäude gefragt und wurde von diesem Mitarbeiter in aller Ruhe dorthin begleitet. Alle Arbeiter haben unser BI-Mitglied äußerst freundlich begrüßt. Niemand hat gefragt, wer unser BI-Mitglied sei. Auch im Direktionsgebäude wurde unser BI-Mitglied von einer Sekretärin erst einmal überaus freundlich begrüßt. Der damalige Direktor der Anlage, Dupre La Tour erschien nach kurzer Zeit in der Empfangshalle des Direktionsgebäudes und fragte unser BI-Mitglied, wer sie sei, was sie wolle und wie sie in die Anlagen gekommen sei.

Unser BI-Mitglied beantwortete die Fragen des Direktors, der daraufhin vehement bestritt, dass es unserem BI-Mitglied möglich gewesen sei, unbemerkt durch den Haupteingang und genauso unbemerkt durch die Anlagen zu spazieren. Späterhin haben die EDF Betreiber sogar Medial dargelegt, dass unser BI-Mitglied niemals die Cattenom Anlagen betreten habe.
Die radioaktiven Abfälle sind ein weiteres großes Problem; beginnend bei der Zwischenlagerung in den AKWs; deren Transport in die Wiederaufbereitungsanlagen; wiederum dessen Transport in Endlager, wobei die sichere Endlagerung bis heute ungelöst bleibt. Zudem ist die Endlagerung der atomaren Abfälle sehr kompliziert sowie gefährlich, da es viele Jahrhunderte dauert, bis die Ewigkeitslasten keine radioaktive Strahlung mehr abgeben. Der strahlende Atommüll wird in vielerlei Bereichen, vor allem finanziell, noch viele Generationen belasten, da die Kosten für die Endlagerung der des atomaren Erbes der Steuerzahler zu tragen hat. Die Hauptlast vom Abbau der Atommeiler und die Endlagerung des strahlenden Erbes werden Milliarden Euro verschlingen, wenn dieser Betrag überhaupt ausreicht. Die Konzerne bezahlen nur einen Bruchteil davon.

Alle wissen Bescheid
Wir haben das Atomkraftwerk Cattenom mit seinen unzähligen und oftmals sehr beunruhigenden Störfällen und sicherheitsrelevanten Bedenken durch verschiedene Proteste, unzählige offene Briefe, Vorträgen, Petitionen an verschiedene Politiker auf Länderebene im Saarland & Rheinland-Pfalz, an die Bundesregierung sowie bis zur EU bekannt gebracht.

Um noch stärker zu agieren, haben wir mit unzähligen Bürgern*Innen, AntiAtomInitiativen, Umweltschutzverbänden, Parteien die regionale Aktionsgemeinschaft gegen Cattenom (IAC) wiederbelebt und im April 2011 eine Großdemo vor dem Atomkraftwerk Cattenom ausgeführt. Danach haben die Betreiber den Platz, auf dem wir demonstrierten aufgekauft; seitdem dürfen keine Proteste gegen das AKW Cattenom auf diesem Gelände sowie in der Umgebung der Cattenom Anlagen stattfinden.

Unsere Positionen:
– das von politischer Ebene konkret grenzübergreifende Verhandlungen mit Frankreich bzgl. der Cattenom Anlagen aufgenommen und vorangetrieben werden, um eine zeitnahe (vorzugsweise die sofortige) Schließung der Risikomeiler Cattenom zu erlangen;
. das in der Zwischenzeit bis zur Realisierung dieser Verhandlungen eine grenzübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfung in den Cattenom Anlagen in die Wege geleitet und durchgeführt wird (nur die Beteiligung der Öffentlichkeit ersetzt keine grenzübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfung);
– dass konkrete Verhandlungen geführt werden, um Konzepte zum Ausgleich der fehlenden Stromkapazitäten durch erneuerbare Energien zwischen Deutschland und Frankreich auszuarbeiten; falls notwendig muss Frankreich technische Hilfen und finanzielle Anreize angeboten werden, dass erneuerbare Energien auszubauen, um somit zeitnah auf die Stromerzeugung durch Erneuerbare umsteigen zu können;
– die Schließung aller Atomanlagen auf EU Ebene;
– das eine grenzübergreifende Umweltprüfung für das atomare Endlager in Bure/Lothringen(F) in die Wege geleitet und durchgeführt wird.
– Jeder unnötige Transport von Atommüll ist zu unterlassen. Erst wenn entschieden ist, wie und wo der Müll langfristig und sicher gelagert werden kann, sind Atomtransporte unter weitaus mehr sicherheitsrelevanten Transporten verantwortbar.
Bei der Auswahl von Lagerstätten für Atommüll muss die betroffene Bevölkerung mit einbezogen werden und mitbestimmen können.
– Die Energiewende darf nicht weiterhin ausgebremst werden; es muss weitaus mehr in Forschung, Entwicklung sowie Speicherung Erneuerbarer investiert werden

Wir engagieren uns:
– dass das AKW Cattenom schnellstmöglich aus sicherheitsrelevanten Gründen schnellstmöglich und unumkehrbar abgeschaltet wird;
– mit dem Widerstandshaus in Bure „Bure Zone Libre“ gegen das frz. Endlagerprojekt Bure/Lothringen; – für den Stop dem Endlagerprojekt in der Wallonie (B); – für den Stop dem nuklearen Reststoffverarbeitungszentrum in Fessenheim (F).
– für eine dezentrale ökologische Energiewende;
– gegen das Endlagerprojekt in der Wallonie (B)
– gegen die Baupläne eines nuklearen Reststoffverarbeitungszentrum in Fessenheim (auf dem Gelände des AKW Fessenheim)
Nur der politische Druck aus der Bevölkerung kann den Atomausstieg weiterhin forcieren und den Bau neuer Atomanlagen verhindern. Wir protestieren auf der Straße sowie auch in brieflicher Form – über Petitionen.
– Wir initiieren und organisieren u. a. Demonstrationen, Aktionstage, Infoveranstaltungen, oftmals gemeinsam mit anderen Initiativen und Umweltorganisationen und veröffentlichen die Störfälle im AKW Cattenom

Wir agieren:
– mit unzähligen AntiAtom-Friedens-Umweltschutz-Initiativen – und Vereinen auf EU Ebene